Geschwindigkeit, aber ohne Motor

Es ist Freitagabend, wir sitzen gemütlich vor dem Fernseher. Meine Tochter kommt herunter und setzt sich zu uns. Nach einem kurzen Moment fragt sie mich ob ich Interesse hätte als VIP an der Bob WM teil zu nehmen.
Ihr Freund hatte online eine Karte gewonnen und konnte kurzfristig den Termin nicht wahrnehmen. Eben meinen Terminkalender gecheckt und zugesagt, denn wann bekommt man schon mal die Möglichkeit so nah an bzw. hinter die Kulissen zu kommen. Nach einigen Telefonaten wurde die Karte auf mich umgeschrieben und ich bekam sogar die Erlaubnis Fotos machen zu dürfen.

Für mich mal ganz was anderes vor der Kamera. Zwar auch mit hoher Geschwindigkeit, aber nicht motorisiert.

Eine Woche habe ich nun, um mich vorzubereiten. Den Laptop geschnappt und erstmal geschaut wo denn überhaupt dieses Event stattfindet. Der Eiskanal in Altenberg im Erzgebirge, in der Nähe von Dresden ist der Veranstaltungsort. Es beginnen die Überlegungen was ich denn alles benötige. Ich muss Urlaub einreichen, ein Hotel suchen und buchen und vor allem was nehme ich fototechnisch mit? Der Urlaub geht klar, die Unterkunft bekomme ich über den Veranstalter, sogar für eine weitere Nacht. Somit kann ich beruhigt am Freitag schon anreisen und mich auf alles vorbereiten.

Dresden ist schön und interessant, gerade fototechnisch und so wird mein erster Tag schon recht kurzweilig. Am Abend im Hotel heißt es dann aber den Rucksack für den nächsten Tag bzw. für die Bob WM packen. Ich beschließe nur das nötigste einzupacken und nehme meine beiden OMD´s mit. Die E-M10 Mark2 mit dem 12-40mm 2.8 und die E-M1 mit dem geliehenen 40-150mm 2.8, welches noch den 1.4er Teleconverter vorgeschnallt hat.
An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an meinen Arbeitskollegen Norbert, der mir das Objektiv sofort für dieses Wochenende überlassen hat.

Die Nacht ist unruhig und kurz, ich weiß aber nicht wirklich warum. Um 6 Uhr beschließe ich den Tag mit einer Dusche zu beginnen und mich dann in Ruhe zum Frühstück zu begeben. Ich bin wohl der erste hier, denn der Saal ist leer und still. Als ich dann auf mein Zimmer zurück komme, klingelt das Telefon. Die Rezeption, mit der Bitte doch eine Stunde früher unten in der Lobby zu sein, da man mir wohl für den Transfer eine falsche Uhreit mitgeteilt hatte. Tja, was für ein Glück das schon alles soweit startklar ist.

Eine Stunde später bin ich dann an der Bobbahn, bekomme meinen Umhänger der mich als VIP kennzeichnet und mir so den Zugang zu fast allen Bereichen beschert. Nach ein wenig kennenlernen, mithelfen beim Goodie Bags packen und ein, zwei Latte Machiato, schnappe ich mir dann meine Kameras und erkunde mein Terrain für heute.

Alles tummelt sich oben am Start herum. Die Sportler wärmen sich auf, halten hier und da einen kleinen Plausch oder gehen ihre Strategien durch. Die Kufen werden nochmal gewachst und ich renne da mitten drin herum und mache Fotos. Es ist interessant sich auch mal in solchen Bereichen bewegen zu können und kurz bevor der erste Lauf beginnt, suche ich mir einen guten Platz beim Start.
Zuerst starten die fünf Spur-Bobs, die die Spur für den Start festlegen und die Strecke testen. Danach beginnt der eigentliche Wettkampf.

Am heutigen Samstag stehen insgesamt vier Läufe an. Zwei Läufe der Herren, danach zweimal die Damen.
Hier im Bereich vor dem Start geht es noch relativ ruhig zu. Die Sportler unterhalten sich, andere wärmen sich schon auf, oder prüfen nochmals ihr Sportgerät. Als die Wettkämpfe beginnen, merkt man den hohen Adrenalinspiegel der jeweiligen Sportler, der durch die Trainer und Betreuer noch weiter durch anfeuern und zurufen verstärkt wird. Nach einigen Starts mache ich mich auf den Weg und suche mir eine neue Stelle für Fotos. Ich bin in meinem Element und fülle meine SD Karte mit Serienaufnahmen.

In den Pausen zwischen den Läufen gehe ich dann wieder zurück in den VIP Bereich, wo ich kulinarisch und mit Getränken versorgt bin und wo ich die ersten Bilder auf der Kamera checken kann. Hier und da kommt man auch mit einigen anderen Anwesenden ins Gespräch und so vergeht der Samstag wie im Fluge. Nach der Siegerehrung wollen einige der Gäste, mit denen ich am Morgen zur Strecke gefahren wurde, wieder zurück ins Hotel. Ich schließe mich an und so geht dann ein angenehmer Tag mit neuen Erfahrungen und einigen neuen Kontakten zu Ende. Zumindest hier in Altenberg am Eiskanal, denn im Hotel gibt es dann noch eine kleine gemütliche Runde in der Lobby, um bei einem leckeren Weizen gemeinsam den Tag ausklingen zu lassen.

In jedem Fall war dieses Wochenende mal wieder eine neue Erfahrung für mich. Um es kurz zu fassen, ein neues unbekanntes Genre mit neuer Technik und jeder Menge Spaß.

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