Wingenfelder…endlich mal wieder ein Konzert

Es ist inzwischen März und fotografisch habe ich die letzte Zeit eigentlich viel zu wenig gemacht. So bin ich doch ganz froh das so langsam die Saison wieder anfängt und es in vier Wochen einen guten Auftakt geben wird, doch ich will da noch nicht zu sehr vorgreifen. Umso erfreuter war ich dann, als ich am letzten Freitag die Möglichkeit bekam das Konzert von Wingenfelder, in der Cultura in Rietberg, zu fotografieren.
Montag das Plakat gesehen, Dienstag Wingenfelder kontaktiert, Mittwoch die Bestätigumg bekommen und Freitag dann das gesamte Konzert fotografiert. So sollte es doch am besten immer gehen.
Die Musik von Wingenfelder hatte ich schon ein wenig länger auf dem Schirm. Für die, denen Wingenfelder im Moment nicht viel sagt, die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder waren die Köpfe der Gruppe Fury in the Slaughterhouse, die mit Songs wie "Won´t forget these days" oder "Time to wonder" Riesenerfolge in den 90ern feierten.
Fotografisch sollte der Abend für mich eine ganz besondere Herausforderung werden, aber nicht wegen der Lichtverhältnisse. Diese sind ja ausreichend bekannt, wenn man schon einige Konzerte fotografiert hat und kann man eh nicht verallgemeinern, da jedes Konzert anders ist. Andere Location, anderer Lichtaufbau, eben jedes Konzert hat andere Vorraussetzungen. Meine Herausforderung lag dieses mal eher in meinem eigenen Equipment. Bisher hatte ich immer meine Nikon D90 mit dem Allround Objektiv 18-200 von Nikkor dabei, welches aber nicht unbedingt für Konzerte geeignet ist, weil es nicht wirklich zu den lichtstarken Objektiven gehört. Trotzdem habe ich damit immer wieder recht gute Aufnahmen hin bekommen.
In den letzten 1,5 Jahren habe ich mir aber hier und da zusätzliches Material zugelegt und so, fast ungewollt einen Systemwechsel vollzogen. Inzwischen besitze und nutze ich eine Canon 7D mit einem Sigma 70-200mm 2.8 welches für solche Konzerte doch recht gut geeignet ist, nur leider konnte ich das bisher nicht wirklich testen. Ausserdem habe ich mir ja, nach der Photokina eine Olympus OMD E-M10 Mark II zugelegt, welche ich zwar erst nur für die Streetfotografie nutzen wollte. Diese ist aber irgendwie für mich zu einer "Immerdabei" Kamera geworden und es reizt mich sie auch in gewissen besonderen Situationen zu testen. Bei der Olympus habe ich fast immer eine Festbrennweite mit 17mm 2.8 drauf, doch zum Konzert habe ich das originale Kitobjektiv ebenfalls mit eingepackt. Einfach mal ausprobieren hieß die Deviese des Abends.
Die Location, die Cultura in Rietberg, ist eine absolut geniale Location für solch ein Konzert. Dem 1599 erbauten Shakesperares Globe-Theaters nachempfunden, ist es eine Konzert-Halle die auf drei Etagen ca. 750 Besucher fasst und diese wegen der kreisrunden Bauform immer einen guten Blick auf die Bühne haben.
Für mich war an dem Abend von Vorteil das ich mich dort komplett frei bewegen konnte und so immer wieder mal neue Blickwinkel auf die Bühne nutzen konnte, um meine Fotos zu machen.
Die Canon 7D überraschte mich recht schnell mit ihrer Geschwindigkeit und den Serienaufnahmen. Ok ich hatte auch eine relativ schnelle 32GB SanDisk Karte drin, die eine Schreibgeschwindigkeit von 120MB/s vorweisen konnte, aber so war dann die Karte auch sehr schnell voll. Tja, wenn man RAW und JPG zusammen fotografiert kommt schon ein bisschen was an Datenmenge zusammen, aber gerade bei Konzerten hat man auch jede Menge Ausschuß. Zu dunkel, verschwommen, Scheinwerfer strahlt genau ins Gesicht und und und, da ist jedes Bild was gut wird Gold wert.
Nach so einem Konzert kommt eigentlich immer erst die eigentliche Arbeit...das sichten, sortieren und bearbeiten.
Ürsprünglich war es überhaupt nicht meine Absicht die Kameras bzw. die Ergebnisse des Abends zu vergleichen, aber als es nach dem Import in Lightroom an die Bearbeitung ging, überraschten mich die Bilder der Olympus durch ihre Klarheit und ihr doch den Umständen entsprechend, geringem rauschen. Es war definitiv ein Unterschied zu den Canon 7D Bildern zu sehen und während der Bearbeitung auch noch zu "spüren". Die Olympus Bilder benötigten ganz klar weniger Aufwand und waren klarer und "sauberer" als die Canon Bilder.
Eigentlich ist das hier auch ein recht ungleicher Vergleich den ich gerade bringe, aber es ist nunmal mein persönliches "look and feel" dazu.
Das hat mich jetzt auch dazu gebracht, diese Saison über hier und da noch ein paar mal ein Auge darauf zu werfen und mir eventuell noch ein, zwei zusätzliche Objektive für die Olympus zu kaufen, wenn sich preislich was ansprechendes ergibt. Man darf also gespannt sein, was jetzt demnächst so alles kommt.

 

Einen Tag in Afrika

Es ist Ende Januar. Von Düsseldorf aus geht der Flieger nach Las Palmas und dort dann aufs Schiff, um am nächsten Morgen den afrikanischen Kontinent zu erreichen. Ziel ist die marokkanische Küstenstadt Agadir.
Die Erwartungen sind hoch, denn schließlich habe ich mich schon seit längerem versucht auf diesen Tag vorzubereiten und fleißig im Netz recherchiert. Das erste mal auf dem afrikanischen Kontinent. Das erste mal in einem muslimischen Land. Das erste mal auf einem Souk, einem typischen Markt / Basar. Das erste mal ein Blick in diese Kultur und das erste mal auf Reisen mit der Olympus OMD EM10 Mark II.
Ich will Fotos machen, aber nicht diese Fotos die dort jeder Touri macht. Ich will die Menschen sehen und ablichten. Ich will sehen wie sie leben und es festhalten. Ich habe die Hoffnung wenigstens ein paar interessante Motive zu finden, denn eigentlich ist die Zeit vor Ort recht knapp.
Gegen 6:00 Uhr am Morgen legen wir im Containerhafen an. Es ist noch dunkel. Alles wird von den Scheinwerfern in ein gelbliches Licht gehüllt. Trotzdem herrscht schon reges Treiben an Land. Die ersten Busse und Taxis suchen sich ihren Platz um den frühen Ansturm der Touristen aufnehmen zu können und eine landestypische Musiktruppe bereitet sich vor, die Landgänger mit einheimische Klängen zu begrüssen. Die Sonne geht auf und der Tag erwacht langsam. Nach dem Frühstück wird der Containerhafen erkundet, da die geplante Tour erst nach dem Mittag startet. Leider gibt es hier aber nicht so viel zu sehen. Ein paar Arbeiter im Hafen kümmern sich um die Verzurrketten ihres Frachters, Polizisten laufen gelangweilt durch die Gegend und passen auf das man sich nicht zwischen den Containern "verirrt" und die Taxis stehen in Reih und Glied und warten auf ihre Kundschaft. Hier scheint eh alles viel ruhiger und entspannter zu sein. Stress wie wir ihn kennen scheint hier ein Fremdwort zu sein.
Nach dem Mittag fährt dann der Bus los und die gebuchte Touri-Tour beginnt. Wie üblich wird bei einigen besonderen Punkten Halt gemacht und man hat ein wenig Zeit um sich dort umzusehen. Auf der Olympus sitzt die 17mm 2.8er Festbrennweite. Eigentlich das persönliche "Standard-Objektiv" für die Kamera, aber im Rucksack ist zur Sicherheit noch das 40-150mm von Olympus/Zuiko, welches hier auch so manches mal zum Einsatz kommen soll.
Als dritter oder vierter Haltepunkt kommt der Souk von Agadir. Die Vorfreude auf viele interessante Fotos ist groß, doch nach dem zuerst geführten Rundgang kommt dieses komische Gefühl das die Erwartungen wohl etwas zu hoch sind. Die Menschen hier wissen natürlich das es ein Touristen Hotspot ist und diese dann auch relativ viel Geld dort lassen...können. Dementsprechend sind die Einheimischen recht "aufdringlich" und verlangen für alles mögliche Geld. Selbst wenn man versucht hat sie zu fotografieren. So verfliegt die eigentliche Euphorie recht schnell und wandelt sich in ein ungutes Gefühl. Die Kamera wird nicht mehr so normal gezückt und abgedrückt, sondern eher heimlich und aus der Hüfte heraus. Sonst fällt es einem irgendwie leichter das Leben auf der Strasse zu dokumentieren und festzuhalten. Erschwerend kommt noch hinzu das man nicht alleine unterwegs ist und man deswegen nach dem abdrücken nicht so einfach untertauchen kann.
Der letzte Halt des Tages ist dann die Strand-Promenade bevor es zurück an Bord geht um den Abend bei einem fantastischen Sonnenuntergang und leckerem Essen ausklingen zu lassen. Ein aufregender Tag und viele Eindrücke gehen zu Ende als das Schiff ablegt um für den nächsten Tag ein neues Erlebnis anzusteuern.